Reisebericht Karlsruhe - Wien - Karlsruhe 27./31.8.1998

1. Reisevorbereitungen

Den Anlaß für mich, nach Wien zu fahren, bildete die de.talk.romance- und #weltenhaus-Party vom 27.-30. August in Wien. Neugierige dürfen näheres an anderer Stelle im WWW nachlesen.

Um meinen Bericht nicht ausufern zu lassen, will ich zu den Reisevorbereitungen hier nur einzelne Stichworte liefern.

  • Ich fahre allein mit der Bahn (nachdem Auto-Mitfahrt oder Gruppenreise scheitern), bei der Gelegenheit will ich mir einen alten Wunsch erfüllen und einmal die Semmeringbahn befahren.

  • Nach diversen Überlegungen stehen die Randbedingungen fest: Kauf einer neuen Bahncard; in einer Fahrtrichtung Fahrt über Salzburg - Bischofshofen - Bruck a. d. Mur - Semmering - Wien zum normalen Tarif (mit BC-Ermäßigung auf dem deutschen Streckenabschnitt), in der anderen Fahrt auf der direkten Route via München - Salzburg - Linz unter Benutzung des Sommer-Spezial-Tarifs zwischen München und Wien - unter der Voraussetzung, daß in einer geeigneten Verbindung noch Plätze aus dem begrenzten Kontingent frei sind (wobei Schwierigkeiten zu erwarten wären, wie ich aus d.e.b.e bereits weiß).

  • Auf www.bahn.de sind für das SST zwischen München und Wien pro Richtung drei Züge angegeben. Brauchbar erscheinen mir für meine Zwecke aber jeweils nur einer: EC 63 (München ab 9.24, Wien West an 14.18), oder in der anderen Richtung EC 62 (Wien West ab 15.50, München an 20.36), die anderen schließe ich wegen zu später Ankunft bzw. zu früher Abfahrt in Wien aus meiner Auswahl aus.

  • Damit hat meine Reiseplanung nun zwei Versionen:
    1. Hinfahrt am 27.8.: Karlsruhe Hbf ab 5.58, Wien West an 14.18, mit SST München - Wien im EC 63;
      Rückfahrt am 30.8.: Wien Süd ab 12.58, via Semmering, Karlsruhe Hbf an 23.59
    2. Hinfahrt am 27.8.: Karlsruhe Hbf ab 5.58, via Semmering, Wien Süd an 17.02;
      Rückfahrt am 30.8.: Wien West ab 15.50, Karlsruhe Hbf an 23.59, mit SST Wien - München im EC 62

  • Bei Erkundigungen in einem Reisebüro mit DB-Agentur bekomme ich ein Beispiel für die Bahnkompetenz mancher Reisebüroangestellter und den schlechten Informationsfluß von der DB zu den Reisebüros geboten. Der Kunde vor mir will ein Sommer-Spezial-Ticket von Frankfurt/Main nach Berlin Ostbf erwerben. Die Reisebüroangestellte, die ihn bedient, blättert in einem Ordner mit Unterlagen und versucht, dem Computersystem ein SST für einen dort angegebenen IR zu entlocken, aber ohne Erfolg. Mein Hinweis, daß die Interregios alle von Berlin Ostbf nach Berlin-Lichtenberg zurückverlegt worden seien, löst Verwunderung aus, führt aber zum Erfolg. Die Angestellte klammert sich nur an ihre Liste mit den für SST freigegebenen Zügen - und die ist in dieser Form schon überholt, obwohl noch nicht alt -, von der Bahngeographie Berlins hat sie offenbar keinen Schimmer: Lichtenberg sagt ihr überhaupt nichts, und mit meiner Erklärung "Überlastung der Stadtbahn" kann sie offenbar auch wenig anfangen ("Wo liegt denn Berlin-Lichtenberg eigentlich?" "Im Osten." "Aha, das ist dann also an der Strecke nach Schönefeld?").

  • Fahrkartenkauf, nicht mehr im Reisebüro, sondern am Bahnhof: Am 11.8. sind die SST-Plätze im EC 63 für den 27.8. wie auch im EC 62 für den 30.8. bereits ausgebucht, ebenso im EC 62 und im EC 64 (Wien West ab 8.50, München Hbf an 13.36) für den 31.8. Ich weiche für die Rückfahrt notgedrungen auf den EC 16 am 31.8. aus (Wien West ab 5.50, München Hbf an 10.36), die Hinfahrt wähle ich entsprechend Version 2. Laut Auskunft der Frau am Schalter sind die Platzkontingente für das SST sehr knapp bemessen, meiner Einschätzung, daß es sich wohl in erster Linie um ein Lockvogelangebot handele, stimmt sie zu.

  • Das DB-Computersystem kann offenbar keine internationalen Fahrkarten mit Umwegen im Ausland ausstellen, die Laufwege ab Grenzübergang zum Zielort sind jeweils festgelegt. Daher muß ich für den Hinweg stückeln: Eine Fahrkarte Karlsruhe - Bruck/Mur und eine Fahrkarte Bruck/Mur - Wien Südbf. Reservieren lasse ich auch gleich. Die Fahrkarte für München - Karlsruhe will ich mir erst in München auf der Rückfahrt kaufen, um flexibel zu bleiben - ein kleiner Tagesaufenthalt in München ist das mindeste, ich denke außerdem daran, Freunde zu besuchen.

  • Ulkige Wegangabe auf meiner Fahrkarte Karlsruhe - Bruck/Mur:
    VIA: UL*A*SALZ*Salzburg*Radstadt*Trieben*Leoben Hbf*****
    
    Offenbar erscheint Salzburg einmal als deutscher und einmal als österreichischer Wegpunkt.

    2. Hinreise Karlsruhe - Wien, 27.8.1998

    Um 5.35 verlasse ich meine Wohnung. Es ist noch dunkel, und ich bin völlig unausgeschlafen, nachdem ich am Abend zuvor viel zu spät mit dem Packen und der Zusammenstellung der Reiseverpflegung begonnen hatte. Jedenfalls hatte ich auch daran gedacht, im KVV-Kursbuch eine passende Verbindung zum Bahnhof Durlach auszusuchen, eine Zweisystem-Stadtbahn bot sich als ideal an.

    S 4 (Karlsruhe Hbf - Eppingen)
    ab  5.47 Gottesauer Platz
    an  5.53 Bahnhof Durlach
    

    Meine Stadtbahn kommt pünktlich. Mehrfach sehe ich Straßen- und Stadtbahnwagen mit auf dieser Strecke normalerweise nicht zu findenden Linien- und Zielbeschilderungen stadteinwärts fahren: Ausrücker aus dem Betriebshof Tullastraße, den wir bei der nächsten Haltestelle passieren.

    Umsteigen am Durlacher Bahnhof, der Weg ist nicht weit. Der IR-Halt in Durlach, nur in Tagesrandlagen bedient, erspart mir den weiteren Weg zum Hauptbahnhof, der mich in Verbindung mit der früheren Abfahrt dort eine Viertelstunde früher zum Aufstehen gezwungen hätte. Im Osten kündigt sich die Morgendämmerung an.

    IR 2191 (Karlsruhe - Salzburg)
    ab  6.03 Karlsruhe-Durlach
    an  6.53 Stuttgart Hbf
    

    Der IR fährt ein, wie auf dieser Linie üblich mit in Richtung Stuttgart geschobenem Steuerwagen und einer 120 am Schluß. Ich beschließe (wieso komme ich eigentlich erst jetzt darauf?), meine Platzreservierung Platzreservierung sein zu lassen und die Streckensicht im Steuerwagen zu genießen. Im (mäßig besetzten) Zug scheitert diese Idee leider daran, daß der Tf den Vorhang zum Führerstand noch zugezogen hat. Also entscheide ich mich wieder um und suche in der Hoffnung auf noch ein wenig Schlaf das nächstbeste leere Abteil auf, immer noch unter Ignorierung meiner Platzreservierung (die für einen Platz im Großraum, weiter hinten im Zug, gültig gewesen wäre).

    Der Schlaf bleibt dann doch aus, auch wenn ich - besonders auf meiner "Hausstrecke" Karlsruhe - Pforzheim - vorläufig nichts für mich neues zu sehen erwarte. An den Zwischenhalten bis Stuttgart füllt sich der Zug nach und nach mit Pendlern, doch niemand verirrt sich in mein Abteil, wo ich einstweilen eine ReiseBanane und einen ReiseOrangenSaft zu mir nehme.

    In Stuttgart heißt es Umsteigen, denn die IR aus Karlsruhe haben in Salzburg alle zwei Stunden einen wunderschönen Minus-Zwei-Minuten- Nichtanschluß in Richtung Bischofshofen.

    EC 63 "Bartók Béla" (Frankfurt (Main) - Debrecen)
    ab  7.10 Stuttgart Hbf
    an  9.15 München Hbf
    ab  9.24
    an 10.55 Salzburg Hbf
    

    Der EC "Bartók Béla" (oder "Béla Bartók") ist aus druckdichten deutschen IC/EC-Wagen zusammengestellt, mit Ausnahme des ungarischen Speisewagens. Meine Reservierung lautet auf Wagen 267, Platz 75. Wagen 267 erweist sich zu meiner Freude als ein Bvmz 185. Doch im Wagen wird nach kurzer Zeit ein Reservierungschaos offenbar. Nach den Reservierungszetteln ist der (noch unbesetzte) Platz 75 - einer im mittleren Großraumbereich des Wagens - von Mannheim bis Augsburg und von Augsburg bis Wien reserviert. Neben mir will eine Gruppe von fünf Geschäftsreisenden ebenfalls ihre reservierten Plätze einnehmen, doch Platz 78, für den einer aus der Gruppe eine Reservierung hat, existiert gar nicht. Glücklicherweise reichen die Plätze dann noch für alle aus, auch wenn der Wagen nun voll besetzt ist. Hätte der Wagen planmäßig ein Bpmz (Großraumwagen mit Sitzanordnung 2+2 pro Reihe, mit mehr Sitzplätzen als ein Bvmz 185) sein sollen? Was wird in Augsburg geschehen? Fragen über Fragen.

    Nach einer Weile erscheint der Zugchef und bestätigt meine Vermutung. Der Wagen war in Frankfurt kurzfristig ausgetauscht worden und hätte eigentlich ein Großraumwagen sein sollen. Wer auch immer dann die Reservierungszettel eingesteckt hat, hat sich um eine irgendwie durchschaubare Zuordnung zu den planmäßigen Platznummern offenbar nicht gekümmert; auch das Zugpersonal war über den Wagentausch nicht informiert worden und hat das selbst erst unterwegs, nach Beschwerden von Reisenden und Rückfrage in Frankfurt, herausgefunden.

    Der Zugchef schlägt mir dann einen unreservierten und noch unbelegten Platz eine Sitzgruppe weiter vor, den ich auch einnehme. Die Verwirrung unter den Reisenden, die ihre reservierten Plätze suchen und nicht finden, wird sich dann auch an jedem weiteren Zwischenhalt wiederholen und sorgt für allgemeinen Unmut.

    Mittlerweile ist Geislingen erreicht, das Wetter zeigt sich bedeckt und regnerisch. Triebfahrzeug bis München ist übrigens die orientrote 103 214, die den Zug ohne Störungen über die Distanz bringt. Die Minibar wird wie der Speisewagen von Utasellátó betrieben. Interessant auch die, von der DB herausgegebenen, Faltblätter "Ihr Reiseplan" (so der derzeit aktuelle Name): sie sind zweisprachig deutsch/ungarisch.

    In Ulm überholen wir den IR 2191, den ich bis Stuttgart benutzt hatte, und es kommt uns der Eurosprinter 127 001 mit IC 616 "Ludwig Uhland" (München - Münster) entgegen. Außerdem fällt mir 218 481 in Verkehrsrot und mit Zusatzscheinwerfern auf.

    Nach Dinkelscherben ist die Strecke eine Baustelle. Der Verkehr wird eingleisig abgewickelt, das Gleis in Richtung Ulm wird gerade erneuert. Bei Neusäß überqueren wir ein Überwerfungsbauwerk, aber unten liegt kein Gleis. Wurde hier früher einmal eine inzwischen abgebaute Strecke kreuzungsfrei ausgefädelt? (Nachtrag: "Die Bahnlinie Augsburg - Welden war das mal." - J. Schiffler)

    In Augsburg Hbf sehe ich auf einem Nachbargleis die ozeanblau-beige 111 106 (GB Nahverkehr München-West) mit einem mintgrün-weißen Doppelstock-Wendezug. Offenbar handelt es sich um eine der 111er, die in jüngster Zeit zusätzlich zu den ehemaligen S-Bahn-Loks mit ZWS ausgerüstet wurden.

    Unsere neue Zuglok ab München ist 1044.290 der ÖBB, Traktion Wien West.

    Nach München beginnt es zu regnen, und tiefhängende Wolken verdecken leider die Sicht auf die Alpen. Ich hole noch ein wenig Schlaf nach. Später, ich bin inzwischen wieder wach, passieren wir Freilassing - für mich das Signal, meine Sachen zusammenzuräumen und mich aussteigefertig zu machen.

    1044.290 der ÖBB in Salzburg Hbf vor EC 63 "Bartók Béla" (50 kB)

    EC 63 hat in Salzburg 10 Minuten Aufenthalt. 1044.290 wird vom Zug genommen, kehrt aber nach wenigen Minuten zurück und wird wieder angekuppelt, der Sinn der Aktion bleibt unklar.

    IC 517 "Karl Böhm" (Salzburg - Bischofshofen - Bruck/Mur - Graz)
    ab 11.21 Salzburg Hbf
    an 12.02 Bischofshofen
    ab 12.08
    an 13.36 Selzthal
    ab 13.46
    an 14.54 Bruck a. d. Mur
    

    4010.028 in Salzburg Hbf als IC 517 "Karl Böhm" (40 kB)
    Zuglaufschild von IC 517. Was bedeutet der Smiley? (28 kB)

    Als erstes suche ich meinen nächsten Zug auf, der in einem der östlichen Kopfgleise des Bahnhofes schon bereit steht. Er wird gebildet von einer 4010-Triebzugeinheit der Zfl. Wien Süd, bestehend aus 4010.028, 7110.228, 7110.128 und 7010.128. Eine Premiere für mich, ich bin bis dahin noch nie 4010 gefahren. Trotz Modernisierung (die sich in rot/weißer Lackierung, Schwenkschiebetüren und - wie ich später feststellen werde - geschlossenen WCs äußert) verbreitet die Inneneinrichtung des Triebzugs einen etwas altmodischen, aber gediegenen Charme. Ich sitze in einem Großraumwagen mit Vis-a-vis-Sitzanordnung in 2+1-Teilung, zwischen den Sitzgruppen ist außerdem viel Platz für Gepäck (oder geneigte Rückenlehnen). Offenbar befinde ich mich in einem früheren Wagen der 1. Klasse. (Nachtrag: "Nein, das ist die Original 2. Klasse der 4010er." - A. Pavlik -- Kommentar: Beeindruckend. - S. M.)

    Salzburg Hbf: ÖBB-Elektrolok 1042.037 in blutoranger Lackierung mit (vermutlich) einem IC (62 kB)
    Salzburg Hbf: 1044.262 der ÖBB in rot/weiß/dunkelgrauer Lackierung (57 kB)

    Bis zur Abfahrt ist noch viel Zeit. Ich vertrete mir auf dem Bahnsteig die Beine und fotografiere die eine oder andere vorbeifahrende Rangierabteilung (mit Diesellok der Reihe 2068), trotz des miesen Fotowetters (aber ich komme schließlich nur sehr selten dazu, österreichische Eisenbahnfahrzeuge zu fotografieren). Ein Mann mit einer Umhängetasche kommt vorbei, ich nicke ihm freundlich zu, er spricht mich an und stellt sich als Eisenbahnfreund vor. Wir kommen ins Gespräch, er überreicht mir den Prospekt einer Museumsbahn, bei der er mitarbeitet (Taurachbahn, Mauterndorf - St. Andrä, in der westl. Steiermark) und bietet mir schließlich einen von mehreren österreichischen Museumsbahnen gemeinsam herausgegebenen Kalender zum Kauf an, den ich ihm auch abnehme - er hat für solche Begegnungen immer ein paar Exemplare dabei, wenn er am Bahnhof ist... Dann wird es allerdings Zeit für mich, meinen Platz im Zug wieder einzunehmen.

    In und um Salzburg sind im Güterverkehr die 1163, moderne Elloks mit Mittelführerstand, zahlreich vertreten, auch wenn es mir nicht gelingt, eine zu fotografieren (aus dem fahrenden Zug heraus versuche ich sowas aber auch gar nicht erst, das spart Nerven). Ansonsten beherrschen in Österreich vor allem 1044 und 1042 (bzw. deren Wendezugvariante 1142) das Bild.

    Beim Bahnhof Salzburg-Parsch passieren wir ein Stellwerksgebäude, an dem in der Form eines regulären österreichischen Bahnhofsschildes "Modelleisenbahnclub Salzburg" angeschrieben steht. Schönes Domizil.

    Wir fahren nun in die Alpen hinein, dem Tal der Salzach folgend. Etwa auf halbem Weg zwischen Salzburg und Bischofshofen hört der Regen auf. Die tiefhängende Bewölkung lockert sich auf und gibt ab und zu den Blick auf die umliegenden Berge frei, und nach einer Weile blickt sogar die Sonne gelegentlich zwischen den Wolken durch.

    In Bischofshofen wechseln wir die Fahrtrichtung, die Strecke Richtung Selzthal ist nun eingleisig, windet sich durch ein Seitental der Salzach und wird mit gemäßigtem Tempo befahren. Wie ich später einer Karte entnehme, gewinnen wir auf den 24 Kilometern bis Radstadt rund 300 Meter an Höhe. 12,5 Promill Steigung im Durchschnitt immerhin, auch wenn sie mir während der Fahrt nicht besonders auffallen. (Nachtrag: "Der höchste Punkt dieses Streckenabschnitts dürfte zwischen Hüttau und Niedernfritz-St.Martin liegen. Radstadt liegt schon wieder deutlich niedriger." - T. Käufl -- Kommentar: Dann ist die Steigung ja noch größer, merkwürdig, daß ich das nicht bemerkt habe... - S. M.)

    Vor Radstadt erreichen wir das Ennstal, dem wir bis Selzthal folgen werden. Die tiefliegenden Wolken sind nun ganz verschwunden, doch eine höherliegende Wolkenschicht läßt die Sonne auch weiterhin nur selten durch.

    In Radstadt kreuzen wir einen Zug, vermutlich einen IC, gezogen von 1044.079 in blutoranger Farbgebung (66 kB)

    Mir fällt auf, daß die Halte durchweg mit zweisprachigen Ansagen in Deutsch und Englisch angekündigt werden. Bei jedem Halt füllt sich der Zug, der in Salzburg nur schwach besetzt abgefahren war, mehr.

    Die Ennstalstrecke scheint ein Refugium für alte ÖBB-Elektroloks zu sein. 1141 sehe ich relativ häufig, die erste begegnet uns in Schladming. In Gröbming kreuzen wir einen österreichischen Binnen-EC mit dem Laufweg Graz - Salzburg, der ebenfalls von einer 4010-Einheit gebildet wird. In Stainach-Irdning, wo die Salzkammergutstrecke einmündet, sehe ich eine 1141 mit einem Regionalzug nach Attnang- Puchheim und die urige 1040.013 vor einem Güterzug. Bei der Einfahrt nach Selzthal passieren wir das Heizhaus (wie man in Österreich zum Bahnbetriebswerk sagt), wo ich neben zahlreichen anderen Loks auch zwei schöne Klima-Schneepflüge und die (nicht mehr in Dienst befindliche) Altbaulok 1245.511 sehe.

    Selzthal ist ein größerer Bahnknotenpunkt. Wir haben 10 Minuten Aufenthalt, unser Zug wird um eine weitere 4010-Einheit verstärkt und verläßt den Bahnhof schließlich unter erneutem Wechsel der Fahrtrichtung.

    Wir befinden uns nun auf der zweigleisigen, im Rechtsverkehr befahrenen Hauptstrecke aus Richtung Linz nach Bruck a. d. Mur ( - Graz), und es geht merklich schneller voran als im Ennstal. In Stadt Rottenmann fallen mir sehr gelungene, moderne Bahnsteigüberdachungen aus Holz auf. Dann übermannt mich Müdigkeit, und ich schlafe wieder ein wenig.

    In St. Michael treffen wir auf die Strecke aus Klagenfurt. Zwischen St. Michael und Leoben fahren wir durch einen langen, neu aussehenden Tunnel, vor dessen Portal unmittelbar eine elektrifizierte Strecke nach rechts abzweigt. Ich vermute, daß es sich um die alte, wohl noch im Lokalverkehr benutzte Strecke handelt, zumal ich auch nach dem Tunnelende im Bahnhofsbereich von Leoben eine von rechts einmündende Strecke bemerke. Wenig später ist auch Bruck an der Mur erreicht, wo ich den bequemen, mittlerweile gut besetzten Triebzug verlasse.

    IC 191 (Villach - Wien Süd)
    ab 15.03 Bruck a. d. Mur
    an 16.56 Wien-Meidling
    
    (Nachtrag: "Der IC 191 kommt nicht von Villach Hbf, sondern von München Hbf. In Villach werden nur die vielen Kurswagen abgehängt. - U. Fischer)

    Der fast voll besetzte IC 191 (dessen Namen ich vergessen habe zu notieren, aber ich meine mich an "Adalbert Stifter" zu erinnern) (Nachtrag: "Hugo von Hofmannsthal" - U. Fischer -- Kommentar: Na ja, jedenfalls so was ähnliches... - S. M.) führt Kurswagen aus Venedig und trifft von der blutorangen 1044.014 gezogen ein. Mein reservierter Platz, um den ich nun froh bin, ist leider am Gang, aber im Großraumwagen habe ich trotzdem noch Aussicht nach links und rechts.

    Wir befinden uns nun auf der Südbahn, die, wie ich feststelle, im Linksverkehr betrieben wird. Am Bahnhof in Mürzzuschlag sehe ich die Dampflok 91.32 als Denkmal aufgestellt, und bei der Ausfahrt im Gleisvorfeld die "Heizanlage 011.22", hinter der ich eine ehemalige 1670 (Altbau-Elektrolok von 1928 für die Arlbergstrecke) erkenne. Linker Hand passieren wir - laut Auskunft meiner Mitreisenden - den deutlich sichtbaren Eingang zum Probestollen für einen künftigen Semmering- Basistunnel.

    Was eigentlich der Kernpunkt meiner Reiseplanung gewesen war - die Fahrt über den Semmering - wird durch die eingeschränkte Aussicht von meinem Gangplatz und das mittlerweile wieder schlechtere, wolkenverhangene Wetter - es hat auch wieder zu regnen begonnen - leider ein wenig getrübt, bleibt aber dennoch interessant. Die Semmeringbahn ist unglaublich reich an Kurven, Brücken und Tunnels, und ich kann mir deutlich vorstellen, daß sie zu ihrer Entstehungszeit (1854) eine Meisterleistung des Eisenbahnbaus darstellte. Im Bahnhof Semmering passieren wir denn auch ein deutlich sichtbares Denkmal des Erbauers Ghega und außerdem den als Denkmal aufgestellten Dieseltriebwagen 5044.01.

    Auf der Paßhöhe angekommen schweift der Blick hinaus ins Flachland, auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis wir es erreichen. Inzwischen kündigt eine Durchsage an, daß man beim Zugpersonal eine 72-Stunden-Karte für den Wiener ÖPNV erwerben kann, die ich schon von zu Hause aus anhand der Websites des VOR und der Wiener Linien als geeignetes Angebot für mich identifiziert hatte. Doch ich freue mich zu früh, bis Wien schafft es kein Zugpersonal mehr in unseren Wagen (ich werde die Karte dann aber später in Wien ohne Probleme am Automaten erwerben können). (Nachtrag: "Die Schaffner im Zug verkaufen eine teurere Variante für Touristen, für 180,- statt 130,- Schilling. Dafür gibt's dann noch ermäßtigen Eintritt bei Museen und dergleichen mehr." - C. Biedl -- Kommentar: Dann bin ich ja doch noch besser weggekommen. - S. M.) Dafür genehmige ich mir noch mal ein wenig Schlaf, nachdem wir den Semmering endgültig hinter uns gelassen haben.

    In Wiener Neustadt sehe ich wieder eine "Heizanlage", diesmal 011.28, die sich unschwer als 1020 (die österreichische Variante der E 94) identifizieren läßt. Wir haben bereits den weiteren Einzugsbereich von Wien erreicht, wovon die blau-weißen Schnellbahntriebwagen 4020 und die neuen mit 1142 bespannten Stockwagenzüge (Doppelstock- Wendezüge) zeugen.

    In Wien-Meidling holt mich Walter, mein Gastgeber für die nächsten Tage ab, wir finden uns ohne Probleme. Für die folgenden Tage steht bei meinem Aufenthalt in Wien die Bahn nicht im Vordergrund, auch wenn ich mehrfach U-Bahn (echt und unecht), Straßenbahn ("Bim", wie der Wiener sagt) und Bus benutze, auf einen detaillierten Bericht verzichte ich daher an dieser Stelle.

    Straßenbahn-Endhaltestelle Stammersdorf, XXI. Bezirk, 27.8.1998: Wiener E1-Triebwagen 4809 (mit einem fast verdeckten c-Beiwagen) auf Linie 31 (84 kB)
    Nähe U-Bahn-Station Thaliastraße, VII. Bezirk, 28.8.1998: Eine U6 nach Alt Erlaa, vollständig aus Niederflurwagen vom Typ T gebildet (107 kB)
    Wolkersbergenstraße/Ecke Speisinger Straße, XIII. Bezirk, 29.8.1998: Wiener E2-Triebwagen 4042 auf Straßenbahnlinie 61 (87 kB)
    Löwengasse, III. Bezirk, 29.8.1998: Gräf&Stift-Bus Nr. 8700 der Wiener Linien im Schienenersatzverkehr auf Linie N (80 kB)
    Busbahnhof Kaisermühlen/VIC, XXII. Bezirk, 29.8.1998: Eine Anzahl von MAN/Gräf&Stift-Niederflurbussen des Busunternehmers Dr. Richard (79 kB)

    3. Rückreise Wien - Karlsruhe, 31.8.1998

    Auch meine Rückfahrt trete ich am frühen Montagmorgen wieder unter dem Zeichen akuten Schlafmangels an, so daß meine Beobachtungen durch Schlafpausen bedingt lückenhaft bleiben.

    Ich lasse mich nach zwei Stunden Schlaf bei Stefan, meinem Gastgeber für diese Nacht (zum Glück wohnt er nur 10 Minuten zu Fuß vom Westbahnhof entfernt) um 5.15 Uhr vom telefonischen Auftragsdienst wecken. Der erste Anruf erreicht aber nur den Anrufbeantworter, beim zweiten bin ich dann wach. Ich ziehe mich an und verlasse leise die Wohnung. Der Morgen dämmert, aber noch ist es zum Fotografieren zu dunkel.

    EC 16 "Max Reinhardt" (Wien West - München)
    ab  5.50 Wien Westbf
    an 10.36 München Hbf
    

    Mein Zug wird wieder von der bereits von der Hinfahrt bekannten 1044.290 (übrigens die 1044 mit der höchsten Ordnungsnummer) befördert, er besteht aus ÖBB-Wagenmaterial.

    Mein "Sommer-Spezial"-Ticket-Platz befindet sich in einem druckdichten ÖBB-Abteilwagen der Eurofima-Nachfolgebauart. Alle Plätze im Abteil sind durch Reservierungszettel "Express-Reservierung, bitte für Reisende mit Platzkarte freimachen" gekennzeichnet. Die anderen Plätze im Abteil sind bereits alle besetzt, mein Rucksack paßt auch nur noch mit Mühe ins Gepäcknetz.

    Das Sommer-Spezial-Ticket vereinigt übrigens Fahrkarte und Platzreservierung tatsächlich auf einem Formular und rechtfertigt damit die Einführung der seit etwa zwei Jahren bei der DB üblichen einheitlichen Vordrucke für Fahrkarten und Platzreservierungen.

    Im Vorfeld des Westbahnhofs fallen mir einige österreichische Postwagen augenscheinlich deutscher Bauart auf. Wahrscheinlich hat sich die österreichische Post beim großen Postwagen-Ausverkauf in Deutschland bedient.

    Die Westbahn führt zunächst einige Zeit durch den Wienerwald. In St. Pölten rangiert eine 2048, eine ehemalige 211 der DB. Zwischen St. Pölten und Linz bemerke ich mehrfach Ausbauarbeiten an der Strecke.

    Die weitere Fahrt bis Wels verschlafe ich wieder weitgehend. Nach Wels befahren wir dann mehrere offenbar neutrassierte Streckenabschnitte mit längeren Tunneln. Bald darauf führt die Strecke wieder in die Vorberge der Alpen hinein, wird kurvenreich und langsam, aber landschaftlich reizvoll. Wir passieren einen größeren See, den ich später auf der Landkarte als Wallersee identifiziere.

    In Salzburg haben wir 10 Minuten Aufenthalt. Bei der Ausfahrt sehe ich in den Kopfgleisen auf der "deutschen" Seite des Bahnhofs die verkehrsrote 110 234.

    In Freilassing sehe ich aus der Entfernung eine E 44.5. Ich kann aber nicht erkennen, ob sie auf einem normalen Gleis steht oder als Denkmallok aufgestellt ist.

    Auf der Suche nach einem freien WC betrete ich den Nachbarwagen, einen "modularen" ÖBB-Reisezugwagen der neuesten Generation. Der Wagen läuft auffallend ruhig, aber nur eine Toilette für einen ganzen Großraumwagen finde ich ein bißchen wenig. Im WC will es mir dann auch nicht gelingen, den Heißluft-Händetrockner einzuschalten (ich finde keinen Schalter) oder auszulösen, so daß ich mir die Hände an der Hose trockenwischen muß. Positiv vermerke ich dagegen den eingebauten Baby-Wickeltisch.

    Als ich gerade das Klo verlasse - es befindet sich am Ende des letzten Wagens im Zug, so daß ich Streckensicht nach hinten habe - kreuzen wir den EC 63 "Bartók Béla", den ich auf der Hinfahrt am Donnerstag benutzt hatte, ich erkenne ihn am blau-weißen ungarischen Speisewagen.

    Ab Grafing begutachte ich den Bauzustand der separaten S-Bahn-Gleise bis Zorneding. Zunächst ist das Planum erst auf einzelnen Abschnitten fertiggestellt. Ab Eglharting liegen dann aber die neuen Gleise bereits durchgehend, die Oberleitung wird gerade montiert.

    Im Gleisvorfeld von München Hbf passieren wir den ICE-1-Triebzug 10 mit den Triebköpfen 401 010 und 401 510, der mir durch seine neue Lackierung mit dem Streifen in verkehrsrot statt orientrot und pastellviolett auffällt. Auch die Klassenziffern und Piktogramme an den Mittelwagen sind anders ausgeführt, außerdem ist der rote Streifen an der Front der Triebköpfe durch einen zusätzlichen DB-Keks unterbrochen. Später wird mir dieser Triebzug in der Bahnhofshalle als ICE 588 "Werdenfelser Land" (München - Würzburg - Hamburg-Altona) wiederbegegnen, so daß ich Gelegenheit habe, ihn zu fotografieren.

    München Hbf: ICE-1-Triebkopf 401 510 (Triebzug 10) in neuer weiß/verkehrsroter Farbgebung in ICE 588 "Werdenfelser Land" (München - Würzburg - Hamburg-Altona) (64 kB)
    Klassenziffer und Piktogramme in leicht geänderter Form und Schriftart an ICE-1-Mittelwagen 803 023 (Triebzug 10) in neuer weiß/verkehrsroter Farbgebung (53 kB)
    ICE-1-Triebkopf 401 510 von der anderen Seite (72 kB)
    ÖBB-Elektrolok 1044.024 (Traktion Salzburg) in Blutorange mit IC 118 "Karwendel" (Innsbruck - Garmisch-Partenkirchen - München - Dortmund) (58 kB)
    Neue klimatisierte Doppelstockwagen, Bauart DABpbzf 764 (Steuerwagen) und DBpz 752 (Mittelwagen) in RE 3012 (München - Regensburg - Nürnberg - Bamberg) (68 kB)

    In München verstaue ich mein Gepäck im Schließfach, kaufe mir eine Tageskarte des MVV und begebe mich zunächst mal mit der S-Bahn ins Zentrum auf einen kleinen Stadtbummel. Später will ich das Deutsche Museum besuchen und will dazu mit der S-Bahn zum Isartor. Aus Unaufmerksamkeit verpasse ich den Bahnhof jedoch und beschließe kurzerhand, zum Ostbahnhof weiterzufahren. Dort schaue ich erstmal eine Weile den Zügen zu, einige der S-Bahnen machen hier ja Kopf, und einiges an Fernverkehr kommt hier auch durch. Mir fällt auf, daß in München schon ein relativ großer Anteil der 420er verkehrsrot umlackiert ist, nach meinem Eindruck mehr als im Stuttgarter Netz. Weiter drüben auf den Fernverkehrsgleisen sehe ich die DB-Cargo-verkehrsrote 363 230 rangieren.

    München Ost: 420 110/421 110/420 610 in der kieselgrau/blauen Münchner S-Bahn-Originallackierung als S 4 nach Geltendorf (58 kB)
    420 084/421 084/420 584 im lichtgrau/orange/gelben S-Bahn-Farbschema von 1986 als S 2 nach Petershausen (54 kB)

    Nach einer Weile nehme ich die nächstbeste S-Bahn zurück zum Bahnhof Isartor. Auf dem Fußweg von dort zum Deutschen Museum gestehe ich mir jedoch ein, daß ich - unausgeschlafen wie ich bin - weder die Lust noch die nötige geistige Frische zu einem Museumsbesuch habe, und beschließe, lieber gleich nach Karlsruhe weiterzufahren. Außerdem könnte ich dann noch abends ins irc, um meine wohlbehaltene Heimkehr zu melden... :-)

    Ich entscheide mich dafür, vom Isartor mit der Straßenbahn zum Bahnhof zurückzufahren, und kann nach kurzer Wartezeit in einem R-Wagen der Linie 18 Platz nehmen. In einem Faltblättchen über die Städteverbindungen Karlsruhe - München, das ich schon aus Karlsruhe mitgebracht hatte, suche ich bereits die nächste Verbindung heraus - mit ICE bis Stuttgart - und stelle beruhigt fest, dass mir noch genug Zeit zum Fahrkartenkauf bleibt. Vorher verknipse ich um den Bahnhof herum noch die letzten Bilder auf meinem Film mit Aufnahmen von Straßenbahnen.

    München, Straßenbahn-Haltestelle Hauptbahnhof: R-Triebwagen 2104 (AEG/Siemens) der Stadtwerke München auf Linie 21 zum Sendlinger Tor (87 kB)
    Münchner P+p-Straßenbahnzug (Rathgeber), geführt von Triebwagen 2003, auf Linie 19 nach Pasing (81 kB)
    Straßenbahn-Haltestelle Hauptbahnhof Süd: R-Triebwagen 2124 (AEG/Siemens) auf Linie 19 nach Pasing (98 kB)

    Später am Bahnhof stellt sich die Zeit zum Fahrkartenkauf allerdings keineswegs als zu üppig heraus, zumal im Reisezentrum kein einziger Express-Schalter geöffnet hat. In der Bahnhofshalle sehe ich noch die Frankfurter 110 101 (beige/ozeanblau) mit einem SE aus Donauwörth.

    ICE 996 "Friedrich List" (München - Stuttgart - Hannover)
    ab 17.36 München Hbf
    an 19.51 Stuttgart Hbf
    

    Mein Zug wird gebildet von Triebzug 52, mit Triebkopf 401 052 voraus. Ich laufe an ihm entlang weit nach vorn und schaffe es auf diese Art auch, in einem nur wenig besetzten Wagen Platz zu nehmen. Beim nächsten Halt in München-Pasing füllt sich der Wagen dann allerdings doch noch ziemlich, aber da habe ich meinen Platz längst sicher.

    Während des Haltes in Pasing hält auf einem benachbarten Gleis, in Richtung Hauptbahnhof fahrend, ein Triebzug an, den ich aus dem Augenwinkel zunächst als noch einen ICE mit verkehrsrotem Streifen identifiziere. Wie ich genauer hinschaue, um eventuell Fahrzeugnummern zu notieren, erkenne ich aber, daß es sich um einen auf Probefahrt befindlichen ICT der Baureihe 415 handelt, der mir hier zum ersten Mal begegnet. Die DB-Kekse fehlen noch, auch sind an den Mittelwagen die Fahrzeugnummern aus Papier angeklebt. Ich notiere die Nummern 415 781 (einer der Mittelwagen) und 415 081 (ein Endwagen).

    Zwischen Mering und Augsburg beobachte ich auf der linken Seite Bauarbeiten für zusätzliche Gleise, sie sind jedoch offenbar noch nicht weit fortgeschritten. In Augsburg leert sich der ICE - oder zumindest mein Wagen - schon wieder ziemlich, auf dem Weg nach Ulm döse ich wieder für eine Weile ein.

    In Ulm begegnet mir schon wieder der "Eurosprinter" 127 001, wie schon auf der Hinfahrt; diesmal mit IC 615 "Drachenfels" (Münster - München). Der ICE leert sich noch weiter, niemand steigt mehr zu.

    Zumindest solange ich wach bin, habe ich von meinem Sitzplatz aus beide Bildschirme am WC-losen Wagenende im Blick. So sehr ich darauf lauere, erscheint aber kein einziges Mal die sonst übliche gelegentliche Anzeige der Fahrtgeschwindigkeit.

    In Plochingen begegnet uns die verkehrsrote 111 133, nach der Ankunft in Stuttgart außerdem die noch nagelneue 101 102 (Abnahmedatum 6.8.98).

    IR 2994 (Dresden - Stuttgart - Karlsruhe)
    ab 20.04 Stuttgart Hbf
    an 20.46 Karlsruhe-Durlach
    

    IR 2994 (Triebfahrzeug ab Stuttgart: 103 194, rot/beige) führt sage und schreibe drei Bm 235 mit, natürlich mit klassischen Plumpsklos, obwohl der Zug von Stuttgart bis zum Abzweig Bruchsal die Neubaustrecke befährt. Die Fahrt über die NBS verläuft ohne erwähnenswerte Ereignisse - vielleicht abgesehen davon, daß eine ausgesprochen hübsche Zub'in meine Fahrkarte kontrollieren kommt. :-)

    Vor Bruchsal, bereits nach dem Einbiegen auf die Altstrecke aus Heidelberg, fangen wir uns durch einen Halt vor rotem Signal auf freier Strecke noch einige Minuten Verspätung ein.

    Beim Aussteigen in Durlach verpasse ich knapp eine S 5 in Richtung Wörth - zu spät bemerke ich, daß der Fahrer durchaus Umsteiger aus dem IR abgewartet hätte, aber ich habe den Weg durch die Unterführung gar nicht erst versucht. Stattdessen mache ich mich dann auf den auch nur wenig längeren Fußweg zur Auer Straße, wo die Straßenbahnen aus Richtung Durlach Turmberg verkehren.

    Tram 1 (Durlach - Oberreut)
    ab Auer Straße (Zeit nicht notiert)
    an Gottesauer Platz (Zeit nicht notiert)
    

    Vom Gottesauer Platz habe ich nur noch wenige Minuten Fußweg nach Hause. Ein - nicht nur bahnmäßig - ereignisreiches "langes Wochenende" geht zu Ende.


    Letzte Änderung an dieser Seite: 2002-06-08
    Sven Manias -- e-mail: webmaster@sven-manias.de